Wissenschaftliche Fachgruppe

Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Oktober 2007 eingesetzte wissenschaftliche Fachgruppe RehaFutur hatte den Auftrag, Eckpunkte für die mittel- und langfristige Entwicklung der beruflichen Rehabilitation erwachsener behinderter Menschen (Wiedereingliederung) zu erarbeiten.

Ausgangsfragen waren u. a.:

  • Welche Funktion soll berufliche Rehabilitation in einer dienstleistungs- und wissensorientierten Arbeitswelt haben, die zunehmend stärker durch demografischen Wandel geprägt ist?
  • Wie kann das grundrechtlich und gesetzlich verbriefte Recht behinderter Menschen auf Teilhabe am Arbeitsleben mittels beruflicher Rehabilitation auch zukünftig bedarfsgerecht eingelöst werden?

Die Untersuchung sozialrechtlicher, sozial- und bildungspolitischer sowie europäischer Einflussfaktoren auf die berufliche Rehabilitation und die Bewertung der Arbeitsmarkt- und demografischen Entwicklungen bildeten die Grundlage für die Ableitung zukünftig relevanter Handlungsfelder. In den Handlungsfeldern werden die Aspekte Chancengerechtigkeit im Zugang, Entwicklungs- und Bedarfsorientierung, Nähe zur realen Berufs- und Arbeitswelt sowie die Rolle von Selbstbestimmung und Selbstverantwortung thematisiert. Die Handlungsfelder sind als Rahmenkonzept für die Gestaltung eines akteursübergreifenden Innovationsprozesses zu verstehen (s. Abbildung).

 

Grafik: Handlungsfelder als Rahmenkonzept für einen akteursübergreifenden Innovationsprozess
Handlungsfelder als Rahmenkonzept für einen akteursübergreifenden Innovationsprozess

Eine zukunftsfähige berufliche Rehabilitation zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Menschen mit Behinderungen gezielt fördert und im Prozess aktiv nutzt. Sie zielt auf Stärkung der eigenständigen Lebensgestaltung und der gesellschaftlichen Teilhabe durch Inklusion. Die Teilhabe am Arbeitsleben soll durch nachhaltige Bildung mit ganzheitlicher Entwicklung der fachlichen und personalen Kompetenz, ausgerichtet an den individuellen Ressourcen und Potenziale, ermöglicht und durch systematische Vernetzungen mit Unternehmen abgesichert werden.

Mitwirkende der wissenschaftlichen Fachgruppe:

  • Prof. Dr. Sieglind Ellger-Rüttgardt, Humboldt Universität, Berlin
  • Prof. Dr. Hans Karbe, Neurologisches Rehabilitationszentrum Godeshöhe, Bonn
  • Prof. Dr. Dr. Mathilde Niehaus, Universität zu Köln
  • Angela Rauch, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB), Nürnberg
  • Prof. Dr. Hans-Peter Riedel, Deutsche Akademie für Rehabilitation e. V., Bonn (Vorsitzender der Fachgruppe)
  • Dr. Hans-Martin Schian, vormals Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH an der Deutschen Sporthochschule Köln (iqpr)
  • Christof Schmidt, Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH an der Deutschen Sporthochschule Köln (iqpr) (wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachgruppe)
  • Dr. Thomas Schott, Universität Bielefeld
  • Dr. Helmut Schröder, Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (infas), Bonn
  • Prof. Dr. Wilhelmus Spijkers, RWTH Aachen
  • Ulrich Wittwer, Behindertenverbände SoVD und VdK